Ende des Glücksspielmonopols in Österreich: Es wird wieder eifrig diskutiert!

Es ist eine Neverending-Story in Österreich: Die ewige Diskussion über den möglichen Wegfall des Glücksspielmonopols. Für die Casinos Austria AG ist klar, dass alles so bleiben sollte, wie es ist. Interessenverbände und Politik sprechen sich allerdings immer wieder für eine Liberalisierung des Marktes aus, eventuell nach deutschem Vorbild. 

Das Für und Wider muss abgewogen sein, bevor das Land einen solch entscheidenden Schritt gehen kann. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Politiker für eine Liberalisierung stark machen und dass nach langen Diskussionen am Ende nichts passiert. Doch wie sieht es nun aus? Wie ist der Stand in Österreich und was könnte tatsächlich kommen? 

Monopolstellung in Österreich hat in Europa Seltenheitswert 

Mit Blick auf Europa ist klar, dass Österreichs Weg besonders und außergewöhnlich ist. Die meisten EU-Länder haben ihren Markt längst geöffnet, wie ein Blick auf https://esportsinsider.com/at/gluecksspiel/echtgeld-casinos unschwer erkennen lässt. Es gibt zahlreiche seriöse Glücksspielanbieter in Europa, die auch gern für Österreich bereitstehen würden. 

Dort hat man das Monopol der Casinos Austria AG (für digitales und landbasiertes Casinospiel) bislang aber nicht aufgelöst, sondern hält weiter daran fest. Für Unternehmen von außen gibt es keine Chance einer offiziellen Lizenzierung, solange es hier keine weitreichenden Änderungen gibt. 

Ein Beispiel, wie es funktionieren könnte, kommt aus Deutschland. Dort hatte man sich 2021 dazu entschieden, den Markt zu öffnen und mit einer eigens dafür geschaffenen Behörde Lizenzen zu vergeben und das Thema Sicherheit in den Mittelpunkt zu rücken. Wirtschaftlich macht dieser Schritt Sinn, denn Anbieter müssen Steuern zahlen, was der Staatskasse zugutekommt. Aber kann sich Österreich auch zu diesem Schritt entscheiden? 

Neuer Gesetzesentwurf in Österreich aufgetaucht 

Im Dezember 2025 tauchte ein Gesetzesvorhaben der Dreier-Koalition auf, der interessante Einblicke in mögliche Pläne gibt. Aus den vorliegenden Daten geht hervor, dass man eine unabhängige Glücksspielbehörde einrichten möchte, die Lizenzen an Anbieter vergibt. Hier ist eine klare Analogie zur Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in Deutschland zu erkennen, die Lizenzierungen vornimmt und die Maßnahmen des Glücksspielstaatsvertrags im Nachbarland umsetzt. 

Allerdings soll der bisherige Status Quo bezüglich der Konzessionen bleiben, wie er ist. Aktuell gibt es zwölf landbasierte Casinos im Land und das soll sich nicht ändern. Darüber hinaus möchte man die bisherige Online-Lizenz auch weiterhin mit der Lotto-Lizenz koppeln und sie streng überwachen. Damit wäre das Monopol zwar nicht aufgehoben, würde aber künftig stärker überwacht. 

Geht es um das Online-Glücksspiel in Österreich, haben vor allem die Neos jedoch einige stichhaltige Gegenargumente. Der verantwortliche Glücksspielsprecher spricht sich für einen liberalen Markt inklusive Zulassung ausländischer Anbieter aus. Als Hauptargument dienen potenzielle Einnahmen, denn in Österreich müssen Anbietern Steuern und Glücksspielabgaben zahlen. Der Sprecher sieht es als Regierungsaufgabe, eine offene Ausschreibungskultur zu praktizieren, wenn es um potenzielle Einnahmen für das Land geht. 

Zu den Plänen scheint es sogar fixe Zahlen zu geben. Aus Regierungssicht soll rund eine Viertelmilliarde Euro durch die Glücksspielabgabe bis zum Jahr 2031 generiert werden. 

Um diese Pläne umzusetzen, wünschen sich die Neos die Entkopplung der Online-Lizenz von der Lotto-Lizenz. Argumentativ spricht man sich für eine Trennung der beiden Bereiche aus, weil sie geschäftlich wenig gemeinsam haben. Fällt diese Art des Monopols, können im Online-Bereich neue und internationale Anbieter auf den Markt kommen, die mehr Wettbewerb und Attraktivität mitbringen. 

Teilstaatliche Ausschreibung nicht mehr zeitgemäß in Österreich 

Laut Neos ist die Art der Ausschreibung in Österreich nicht mehr optimal. Es wird so dargestellt, dass die bisherigen Ausschreibungen immer im Sinne des teilstaatlichen Unternehmens Casinos Austria AG erfolgen, sodass diese ohnehin den Zuschlag erhält. Aus Sicht des Sprechers gibt es hierfür keinen akzeptablen Grund, wenn der Spielerschutz auch bei mehreren Anbietern gewährleistet ist. 

Diskussionsbereit zeigen sich die Neos bei der Frage, ob alle Anbieter die Chance auf eine Bewilligung haben sollen oder ob es eine Grenze bei der Lizenzanzahl gibt. Das dänische (oder deutsche) Modell scheint dabei aber der Favorit zu sein. 

Österreichische Vereinigung für Wetten und Glücksspiel hat ähnliche Wünsche

Die Vorstellungen der Neos sind nicht ganz neu, denn auch die Österreichische Vereinigung für Wetten und Glücksspiel (OVWG) spricht sich klar für eine Liberalisierung des Marktes aus. Unter dem Dach der OVWG finden sich unter anderem Online-Anbieter ohne österreichische Lizenz zusammen. Es ist selbsterklärend, warum aus dieser Richtung für eine Liberalisierung des Marktes gestimmt wird. 

Laut Neos-Sprecher haben die Wünsche der OVWG mit den eigenen Positionen aber nichts zu tun. Bereits vor der offiziellen Regierungsbildung habe man eine klare Linie verfolgt, unabhängig von Interessenvertretungen. Argumente würde man sich zwar anhören, die eigene Meinung sei davon aber nicht beeinflussbar. 

Nur wenig aussagebereit zeigt sich der SPÖ-Verhandler zu diesem Thema. Für ihn sind Zahlungssperren und Spielerschutz ein Hauptanliegen, weitere Äußerungen möchte er aktuell nicht tätigen. Und auch von der ÖVP kommt ein ähnliches Fazit. Die Meinungsbildung sei noch am Anfang, allerdings geht man bislang davon aus, dass eine fixe Grenze an Lizenzen aus den Reihen der ÖVP bevorzugt werde. Es werden Beratungen nötig sein, um eine feste Meinung zu etablieren und dann effektiv zu diskutieren. 

Welche Folgen könnte eine Marktliberalisierung für Österreich haben? 

Der Bruttospielertrag in der Branche liegt bei rund 2,1 Milliarden Euro für Österreich und mit einer Liberalisierung des Marktes könnten die Einnahmen steigen. Auswirkungen hätte die Entscheidung aber auch aus gesellschaftlicher und regulatorischer Sicht, wie aktuelle Analysen und Reformpläne zeigen. 

Ein signifikanter Steuerzuwachs ist zu erwarten, wenn man sich wirklich für ein offenes Lizenzmodell entscheidet. Derzeit liegt das geschätzte Schwarzmarktvolumen bei rund einer halben Milliarde jährlich, ein Wert, den es zu verringern gilt. Dieses Geld könnte den Staatshaushalt deutlich entlasten und für Infrastruktur und Soziales effektiv genutzt werden. Auch in Deutschland stiegen die Einnahmen nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 an, wenngleich es aufgrund strenger Restriktionen auch wieder zu Einbrüchen kam. 

Dennoch bergen die Öffnungen Risiken für den Spielerschutz, wie Kritiker bemängeln. Es wird vor einer Zunahme von pathologischen Spielern gewarnt, wie in Deutschland mit über einer Millionen Betroffenen beobachtet. Eine unabhängige Glücksspielbehörde, wie im Dezember 2025-Entwurf vorgesehen, könnte zentrale Sperrsysteme, IP-Blocking und strenge Werberegeln einführen, um die Gefahren auszugleichen. 

Dänische oder deutsche Regeln wären hierfür das passende Vorbild. Für die Casinos Austria AG würde das Monopol-Ende den Verlust der Exklusivität bedeuten, mit Druck auf die bisher einzige Online-Plattform und potenziellen Jobkürzungen in den 12 Landcasinos, die erhalten bleiben sollen. 

 

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