Brustkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen in Österreich. Jährlich erhalten rund 5.000 Frauen die Diagnose, die Heilungschancen hängen dabei maßgeblich vom Zeitpunkt der Entdeckung ab. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können Veränderungen im Brustgewebe oft erkennen, bevor sie tastbar sind oder Beschwerden verursachen. Wer die verfügbaren Angebote kennt und richtig nutzt, verschafft sich einen klaren Vorteil bei der frühzeitigen Erkennung möglicher Erkrankungen.
Das österreichische Früherkennungsprogramm im Überblick
Frauen im Altersbereich von 45 bis 69 Jahren werden alle zwei Jahre zur Mammographie eingeladen, die Teilnahme ist freiwillig. Die nächste Einladung erfolgt in der Regel per Post. Auch Frauen, die außerhalb dieser Altersgruppe sind, können sich aktiv anmelden und am Programm teilnehmen, wenn sie Bedarf haben oder familiäre Risikofaktoren gegeben sind.
Die Untersuchung selbst dauert nur wenige Minuten. Zwei geschulte Mitarbeiter erstellen von jeder Brustseite zwei Röntgenaufnahmen, die dann von mindestens zwei unabhängigen Radiologen nach dem Zweiaugenprinzip befundet werden. Dadurch wird die Fehlerquote vermindert und die Sicherheit der Diagnosen erhöht. Bei unterschiedlichen Befunden entscheidet der dritte Befund. Neben der klassischen Mammographie hat die ergänzende Sonographie, besonders bei den bei jüngeren Frauen häufig vorkommenden dichten Brustdrüsen, an Bedeutung gewonnen. In diesen Fällen kombiniert eine qualifizierte Mammographie in Wien Untersuchung häufig mehrere bildgebende Verfahren, um die Aussagefähigkeit der Ergebnisse zu steigern.
Welche Methoden zur Früherkennung beitragen
Trotz aller technischen Möglichkeiten ist die Selbstuntersuchung der Brust ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge. Frauen, die sich regelmäßig selbst untersuchen, lernen ihren Normalzustand kennen und merken Veränderungen schneller. Die Selbstuntersuchung sollte einmal monatlich etwa 4 Tage nach der Menstruation durchgeführt werden, wenn das Brustgewebe am wenigsten schmerzhaft ist. Die klinische Tastuntersuchung durch den Arzt oder die Ärztin ergänzt die Selbstuntersuchung. Hierbei werden nicht nur die Brust, sondern auch die Lymphknoten unter den Achseln und in der Schlüsselbeingegend untersucht. Diese Untersuchung sollte jährlich im Rahmen der gynäkologischen Vorsorge erfolgen.
Die genauesten Befunde bringen bildgebende Verfahren. Der Goldstandard zur Entdeckung von Mikrokalk und kleinen Tumoren, die weder tastbar noch sichtbar sind, ist die Mammographie. Bei unklaren Befunden oder bei Frauen mit familiär erhöhtem Risiko kommt meist zusätzlich die Magnetresonanztomographie (MRT) mit ihrer noch genaueren Gewebedarstellung zur Anwendung.
In der Praxis werden folgende Verfahren kombiniert:
- Mammographie als bildgebende Basisuntersuchung
- Brustultraschall bei dichtem Gewebe oder unklaren Tastbefunden
- Klinische Tastuntersuchung durch Fachpersonal
- MRT bei erhöhtem genetischen Risiko (z.B. BRCA1 oder BRCA2-Mutationen)
Laut der amerikanischen Cancer Society erhöht eine Mutation im BRCA1-Gen das Lebenszeitrisiko für Brustkrebs auf 70 Prozent. Bei betroffenen Familien ist eine enge Kontrolle gerechtfertigt.
Risikofaktoren und individuelle Vorsorgestrategien
Nicht jede Frau hat dasselbe Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Das Alter ist die wichtigste Variable. Mit jedem Lebensjahrzehnt steigt das Risiko deutlich. Eine familiäre Vorbelastung, vor allem entsprechende Verwandte ersten Grades, ist der wichtigste weitere Risikofaktor. Lebensstilfaktoren wie Übergewicht, Alkoholabusus und Bewegungsmangel mit erhöhtem Erkrankungsrisiko stehen auch hier im Zusammenhang.
In Österreich werden Frauen, bei denen durch genetische Untersuchungen entsprechende Mutationen festgestellt werden können, in intensivierte Vorsorgeprogramme aufgenommen. Dazu gehören oft auch jährliche MRT-Kontrollen ab dem 25. oder 30. Lebensjahr, verbunden mit halbjährlichen klinischen Kontrollen. Genetische Beratungsstellen in größeren Spitälern helfen Betroffenen bei der Einschätzung ihres individuellen Risikos und der geeigneten Vorsorgestrategie. Dichtes Brustdrüsengewebe gilt mittlerweile als eigenständiger Risikofaktor. Dichtes Gewebe kann die Diagnostik in der Mammographie erschweren und ist auch mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko assoziiert. Radiologen teilen die Gewebedichte nach dem BI-RADS-System in vier große Gruppen ein, von „vorwiegend fettig“ bis „extrem dicht“. Von der Dichte hängt ab, welche weiteren Untersuchungen sinnvoll sind.
Was passiert nach einem auffälligen Befund?
Ein unklarer oder verdächtiger Befund bedeutet noch lange keine Krebserkrankung, die große Mehrheit der Auffälligkeiten erweist sich bei weiterer Abklärung als gutartig. Dennoch folgt auf ein solches Ergebnis in der Regel ein standardisierter Abklärungspfad. Dazu gehören gegebenenfalls Kontrollaufnahmen, eine Stanzbiopsie oder eine Feinnadelaspiration.
Die Stanzbiopsie ist eines der am häufigsten eingesetzten Verfahren zur Gewebeentnahme. Unter örtlicher Betäubung und meist unter Ultraschall oder Mammographiekontrolle wird ein kleines Gewebestück entnommen und histopathologisch untersucht. Das Ergebnis liegt meist nach wenigen Tagen vor und gibt Auskunft darüber, ob gut- oder bösartiges Gewebe vorliegt oder nicht.
Bei Bestätigung einer Krebserkrankung entscheidet ein interdisziplinäres Tumorboard über die weitere Therapie. Tumorgröße, Hormonrezeptorstatus und Lymphknotenbefall spielen hier eine Rolle. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen je nach individuellem Befund von brusterhaltenden Operationen über Strahlentherapie bis hin zu medikamentösen Therapien.
Termine wahrnehmen und aktiv werden
Wer zur Vorsorge eingeladen wird oder die Altersgrenze für das Screeningprogramm noch nicht erreicht hat, sollte trotzdem den Kontakt zur Gynäkologie suchen bei irgendwelchen Zweifeln. Auffälligkeiten wie Knoten, Hautveränderungen und Sekretaustritt aus der Brustwarze gehören immer ärztlich abgeklärt, und zwar unabhängig vom Alter und vom letzten Vorsorgetermin.
Die Terminvergabe zur Mammographie erfolgt in Österreich direkt über die Einladung des Früherkennungsprogrammes oder über eine ärztliche Zuweisung. Wartezeiten sind je nach Region und Einrichtung unterschiedlich lang, also am besten frühzeitig planen. Wer Wert auf rasche Terminvergabe und spezialisierte Diagnostik legt, kann sich auch direkt an radiologische Fachinstitute wenden.







