Altbauwohnung in Wien sauber halten: Was im Alltag wirklich hilft

Hohe Decken, Fischgrätparkett, Kastenfenster: Eine Wiener Altbauwohnung hat viel Charme. Beim Putzen merkt man allerdings recht schnell, dass sie auch einiges an Arbeit macht.

Die Kastenfenster

Wer zum ersten Mal in einem Altbau wohnt, unterschätzt das fast immer. Ein Kastenfenster hat nicht zwei, sondern vier Glasflächen, dazu Rahmen, Zwischenraum und Fensterbrett. Bei einer Wohnung mit fünf, sechs Fenstern ist man da schnell einen ganzen Samstag beschäftigt, und die äußeren Flügel im dritten Stock sind nicht unbedingt etwas für jeden.

Viele machen deshalb die Innenseiten selbst und holen sich für die gründliche Reinigung ein- oder zweimal im Jahr eine professionelle Reinigungsfirma in Wien. Das ist meistens weniger teuer als gedacht und spart einem den Balanceakt auf der Fensterbank. Ein guter Zeitpunkt ist jetzt im Herbst, bevor es kalt wird und man die Fenster wochenlang nicht mehr richtig öffnen will.

Wer selbst putzt, sollte einen bewölkten Tag erwischen. Bei direkter Sonne trocknet das Wasser zu schnell und man hat am Ende mehr Schlieren als vorher. Ein Kübel lauwarmes Wasser mit einem Spritzer Spülmittel, ein Abzieher und ein trockener Mikrofaserfetzen reichen völlig. Den Zwischenraum zwischen innerem und äußerem Fenster vergisst man gern, dort sammeln sich über das Jahr tote Fliegen, Staub und manchmal auch Spinnweben.

Parkett nicht zu nass wischen

Das alte Parkett ist oft das Schönste an der Wohnung, aber auch das Empfindlichste. Zu viel Wasser lässt die Fugen aufquellen, auf Dauer werden die Stäbe grau oder lösen sich. Besser ist es, nur nebelfeucht zu wischen, also mit einem gut ausgewrungenen Fetzen, und regelmäßig zu saugen, damit der Sand von der Straße nicht wie Schleifpapier wirkt. Ein ordentlicher Fußabstreifer vor der Tür macht hier mehr Unterschied, als man denkt.

Ob das Parkett geölt oder versiegelt ist, macht übrigens einen Unterschied beim Putzmittel. Geölte Böden mögen spezielle Seifen, die gleichzeitig pflegen, versiegelte kommen mit einem milden Allzweckreiniger gut aus. Wer es nicht weiß, fragt am besten beim Vermieter oder bei der Hausverwaltung nach, bevor er etwas ausprobiert.

Staub sitzt oben

Bei dreieinhalb Metern Raumhöhe sieht man den Staub auf Türstöcken, Kastenoberseiten und Lampen einfach nicht. Er ist trotzdem da und verteilt sich jedes Mal, wenn die Heizung läuft. Ein Staubwedel mit Teleskopstiel ist im Altbau keine Spielerei, sondern Grundausstattung. Einmal im Monat oben anfangen und nach unten arbeiten, dann bleibt es auch länger sauber.

Das gilt auch für die Flügeltüren mit Glaseinsätzen, die in vielen Gründerzeitwohnungen noch erhalten sind. Die kleinen Sprossen und Profile sind mühsam, aber mit einem feuchten Fetzen und etwas Geduld schnell erledigt. Und sie sehen danach einfach viel besser aus.

Die alten Heizkörper

Die gusseisernen Rippenheizkörper, die man in vielen Gründerzeithäusern noch findet, sind wahre Staubfänger. Zwischen den Rippen sammelt sich über den Sommer einiges an, das man im Herbst beim ersten Aufdrehen dann riecht. Vor der Heizsaison lohnt es sich, sie mit einer schmalen Heizkörperbürste oder dem Fugenaufsatz vom Staubsauger durchzugehen. Ein feuchter Fetzen darunter fängt auf, was herunterfällt.

Richtig lüften im Altbau

Dicke Mauern, alte Fenster, oft ein Bad ohne Fenster: Altbauwohnungen sind anfälliger für Feuchtigkeit, als man glaubt. Gerade im Winter, wenn Wäsche in der Wohnung trocknet und viel gekocht wird. Besser als gekippte Fenster ist es, zwei- bis dreimal am Tag für ein paar Minuten richtig durchzulüften, bei Kastenfenstern also beide Flügel ganz auf. So kommt die feuchte Luft raus, ohne dass die Wände auskühlen.

Wer in den Ecken hinter Kästen oder an den Außenwänden dunkle Flecken entdeckt, sollte das nicht einfach überstreichen. Kleine Stellen lassen sich mit Alkohol behandeln, bei größeren Flächen gehört die Hausverwaltung informiert.

Bad und Küche: Kalk und alte Fugen

In vielen Altbauwohnungen sind Bad und Küche irgendwann nachträglich eingebaut worden, oft auf engem Raum und ohne Fenster. Feuchtigkeit bleibt da länger in der Luft, Silikonfugen werden schneller dunkel. Nach dem Duschen kurz abziehen und die Tür offen lassen hilft schon viel. Gegen Kalk an Armaturen reicht meistens verdünnter Essig oder Zitronensäure, für Naturstein sollte man beides aber lieber weglassen.

In der Küche wird gern die Dunstabzugshaube vergessen. Die Fettfilter lassen sich bei den meisten Modellen einfach herausnehmen und in den Geschirrspüler stellen. Einmal im Monat reicht, und der Unterschied ist deutlich zu riechen.

Bei der Wohnungsübergabe

Wer aus einer Mietwohnung auszieht, will die Kaution natürlich vollständig zurück. Dafür muss die Wohnung nicht klinisch rein sein, aber ordentlich. Böden, Fenster, Bad und Küche sind die Stellen, auf die bei der Übergabe am genauesten geschaut wird. Kalkränder in der Dusche, ein fettiges Backrohr oder Staub auf den Heizkörpern fallen sofort auf.

Weil man in der Umzugswoche ohnehin genug um die Ohren hat, lassen viele die Endreinigung machen. Das spart Nerven und man kann sich auf Kisten, Ummeldung und Schlüsselübergabe konzentrieren.

Mit Plan statt auf einmal

Was im Altbau am meisten hilft, ist kein Wundermittel, sondern ein bisschen Routine. Wer jede Woche einen Bereich gründlich macht, also einmal die Heizkörper, einmal die Türstöcke, einmal die Küchenkästen von oben, muss nie den großen Putztag einplanen. Und für die Dinge, die einfach viel Zeit fressen oder unangenehm sind, gibt es ja Hilfe.

Am Ende ist es wie so oft: Die Wohnung sieht nicht deshalb gepflegt aus, weil jemand stundenlang schrubbt, sondern weil regelmäßig ein bisschen etwas passiert.

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