Digitalisierung im ländlichen Raum: Wie regionale Unternehmen in Österreich aufholen

Die Digitalisierung österreichischer Unternehmen ist nach wie vor nicht überall gleich. Während etwa in Wien, Graz oder Linz Cloud-Dienste, moderne Kommunikationsplattformen und automatisierte Geschäftsprozesse längst zum Standard gehören, kämpfen kleinere Betriebe in ländlichen Gegenden häufig mit altersschwacher Infrastruktur, dünnen IT-Budgets und fehlendem Fachpersonal. Der Digital Economy and Society Index der Europäischen Kommission zeigt seit Jahren, dass Österreich im europäischen Vergleich zwar nicht schlecht dasteht, bei der Integration digitaler Technologien in KMU jedoch Aufholbedarf hat. 

Breitbandausbau Voraussetzung

Ohne stabile Internetverbindung ist Digitalisierung im ländlichen Raum kaum möglich. Der Breitbandatlas der RTR zeigt, dass die Versorgung mit gigabitfähigen Anschlüssen in ländlichen Gemeinden erheblich hinter der in Ballungsräumen zurückbleibt. Die Breitbandmilliarde des Bundes und die weiterlaufenden Landesprogramme sollen hier Abhilfe schaffen. Hinter schnellem Surfen verbergen sich für die Unternehmen aber die technische Basis für Cloudanwendungen, videobasierte Zusammenarbeit und den Betrieb von standortübergreifenden Systemen. Regionale IT-Dienstleister wie z. B. https://www.absolute-it.at nehmen dabei eine wichtige Vermittlerrolle ein. Sie planen die Anbindung, integrieren Business-Internetzugänge mit fixer IP-Adresse, richten Standleitungen ein und machen dadurch auch den Betrieben in kleineren Gemeinden die gleiche Technik zugänglich wie den großen Firmen in der Hauptstadt. Mobilfunklösungen mit Gruppentarifen, die für Außendienst und Baustellen an Bedeutung gewinnen, runden das Angebot ab.

Cloud, Server und Souveränität

Ein zentrales Thema der Digitalisierung ist die Frage, ob die Serverinfrastruktur lokal, in einer Public Cloud oder in hybriden Lösungen organisiert werden soll. Viele mittelständische Betriebe zögern, ihre Systeme aufgrund datenschutzrechtlicher Vorgaben vollständig in die internationalen Cloud-Rechenzentren zu verlagern. Die DSGVO und spezifische Vorgaben aus den jeweiligen Branchen sorgen dafür, dass in Bereichen wie Gesundheitswesen oder Steuerberatung genaue Regelungen zum Datenstandort getroffen werden müssen. Neuere Lösungen setzen auf hyperkonvergente Infrastrukturen, in denen Server, Speicher und Virtualisierung zusammengefasst sind. Diese wartungsarmen und sparsamen Lösungen eignen sich optimal für kleinere Serverräume in ländlichen Betrieben. 

Wer zusätzlich regelmäßig Backups in einem österreichischen Rechenzentrum ablegt und die Verschlüsselung nach AES-256 durchführt, ist sowohl beim Thema Compliance als auch für die Informationssicherheit bestens gerüstet.

Der Telefonwechsel: weg von ISDN hin zu VoIP

Ein oft übersehener Schritt in die digitale Zukunft liegt in der Umstellung der Telefonanlage. Nach der Abschaltung der klassischen ISDN-Anschlüsse durch die Netzbetreiber sind die Unternehmen vor die Wahl gestellt, auf VoIP-Systeme umzusteigen. Damit wird Telefonie in E-Mail, CRM- oder Messaging-Anwendungen integrierbar, die Voraussetzung für Unified-Communications-Konzepte.

Für die regionalen Betriebe ist das von Vorteil: Mitarbeitende im Homeoffice sind unter der Firmennummer standortunabhängig zu erreichen, Telefonate lassen sich automatisch protokollieren und Warteschleifen mit wenigen Klicks anpassen. Die neuen SIP-Trunks senken die Kosten für Telefonate erheblich, insbesondere bei internationalen Kontakten. Anbieter haben Plattformen entwickelt, die selbst in kleinen Unternehmen ohne eigene IT betrieben werden können – vorausgesetzt, ein versierter Partner kümmert sich um die Einrichtung.

Fachkräftemangel und Managed Services

Die größte Hemmschwelle zur Digitalisierung im ländlichen Raum ist weniger die Technik als eher der Mangel an IT-Fachkräften. Der Fachkräftemangel Radar der Wirtschaftskammer weist seit Jahren den IT-Bereich als eines der größten Sorgenkinder aus. In Gemeinden abseits der Ballungszentren ist es für Betriebe kaum möglich, eigene Administratoren, Netzwerktechniker oder Security-Spezialisten dauerhaft an sich zu binden.

Managed Services haben sich in dieser Situation als tragfähiges Modell etabliert. Ein externer Provider übernimmt das Monitoring, Patch Management, Backup, Support und die Wartung der Netzwerkkomponenten, in der Regel auf Basis klar definierter Service Level Agreements. Bezahlt wird nach monatlicher Pauschale pro Arbeitsplatz oder Server. Für den Betrieb heißt dies kalkulierbare Kosten, dokumentierte Reaktionszeiten und Zugriff auf ein Team, das breiter aufgestellt ist als jede interne Ein-Personen-Lösung. Bei der Auswahl sollten Zertifizierungen der Techniker, nachvollziehbare Reaktions- und Wiederherstellungszeiten, ein transparentes Ticketing-System sowie Referenzen aus der eigenen Branche als Auswahlkriterium dienen.

Förderungen und Wirtschaftlichkeit

Der wirtschaftliche Effekt der Digitalisierung ist durchaus messbar. Auswertungen der OECD und Analysen von Statistik Austria zeigen, dass digital besser aufgestellte Unternehmen mit größeren Produktivitätszuwächsen, weniger Fehlzeiten in der IT und weniger Ausfallzeiten im laufenden Betrieb rechnen können. Förderungen der Bundesregierung speziell für den Mittelstand wie „KMU.DIGITAL“, der Digitalisierungsscheck oder auch Landesförderungen in Niederösterreich, Steiermark und Oberösterreich unterstützen die Beratung und Investition zuweilen mit erheblichen Zuschüssen.

Wer diese Programme nutzen möchte, sollte sich frühzeitig informieren, denn Fördertöpfe sind meist gedeckelt und werden nach dem Prinzip der Antragsreihenfolge vergeben. Eine strukturierte IT-Roadmap mit definierten Meilensteinen, Budgetplanung und einer klaren Priorisierung der Maßnahmen erleichtert nicht nur die Antragstellung. Sie sorgt zugleich für klare Kommunikation im Betrieb.

Sicherheit als Bestandteil

Digitalisierung ohne begleitende Sicherheitsstrategie ist ein Stückwerk. Die NIS2-Richtlinie vergrößert die Zahl der verpflichteten Unternehmen massiv, auch mittelständische Betriebe in Lieferketten größerer Konzerne werden künftig unter die Vorgaben fallen. Verpflichtungen wie Risikoanalysen, Incident-Response-Pläne, Meldungen an nationale Behörden und regelmäßige Schulungen der Belegschaft werden zum Standard.

Regionale Unternehmen sollten also parallel zur Modernisierung ihrer IT auch in E-Mail-Sicherheit, Endpoint Protection, Multi-Faktor-Authentifizierung und geordnete Archivierungslösungen investieren. Wer diese Bausteine von Beginn an mit einplant, spart sich später Nachrüstkosten und schafft sich die notwendige Basis für die weitere digitale Entwicklung seines Betriebs.

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